Der Therapieprozess macht keine Sommerpause
Manche Patient:innen verbinden sich aus dem Hotelzimmer oder vom Balkon aus. Ich finde das schön, weil Abstand manchmal etwas sichtbar macht, was im Alltag untergeht.
Wenn es jemandem im Urlaub deutlich besser geht, ist das keine Pause vom Thema. Es ist das Thema. Was mache ich hier anders? Weniger Erreichbarkeit, weniger Verpflichtungen? Manchmal lässt sich daraus etwas ableiten, das man in den Alltag mitnehmen kann.
Wenn sich dieselben Muster auch im Urlaub zeigen, beim Entspannen, ohne die üblichen Stressoren, wird das oft schnell klar. Auch das ist wertvoll. Dann weiß man, wo man wirklich hinschauen muss.
Praktisch braucht es nicht viel: einen ruhigen Moment, eine stabile Verbindung und einen Ort, wo man ungestört reden kann.
Nastassja Volkov, Psychologische Psychotherapeutin