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Frau schaut nachdenklich aus dem Fenster

Mental Load: Wenn das ständige Mitdenken Mütter erschöpft

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Geschrieben von Nastassja Volkov · Psychologische Psychotherapeutin

Der Arzttermin für die Vorsorgeuntersuchung, das Geschenk für den Kindergeburtstag am Samstag, die Wechselkleidung für die Kita, die fast leere Zahnpasta und der Elternabend, zu dem man sich noch anmelden muss. Vieles davon dauert nur ein paar Minuten. Gleichzeitig ist es genau diese Menge an kleinen Dingen, die im Kopf mitläuft und selten Pause macht. Dafür hat sich in den letzten Jahren ein Begriff etabliert: Mental Load.

Was mit Mental Load gemeint ist

Mental Load beschreibt die unsichtbare Denk- und Organisationsarbeit im Familienalltag, also das Planen, Erinnern und Vorausdenken. Gemeint ist weniger die einzelne Aufgabe selbst, sondern das ständige Daran-Denken: Wer bemerkt, dass die Schuhe zu klein werden? Wer weiß, wann der nächste Impftermin ansteht? Wer hat im Blick, welches Kind gerade etwas Besonderes braucht?

In vielen Familien liegt ein großer Teil dieser Arbeit bei den Müttern, oft ohne dass es jemand bewusst so entschieden hätte. Und weil sie unsichtbar ist, wird sie auch selten gesehen oder anerkannt, manchmal nicht einmal von einem selbst.

Warum das so erschöpft

Körperliche Arbeit hat meist ein Ende. Mental Load dagegen begleitet einen in die Dusche, ins Bett und in die eigentlich freie Stunde. Das Gehirn bleibt in einer Art Bereitschaftsmodus, und genau dieser fehlende Abstand macht es so anstrengend. Dazu kommt, dass viele Mütter den Anspruch haben, alles im Griff zu haben, und sich schnell schuldig fühlen, wenn doch einmal etwas untergeht.

Für viele ist es ja schon entlastend zu merken, dass diese Erschöpfung einen Namen hat und nicht einfach ein persönliches Versagen ist.

Wenn aus Müdigkeit Erschöpfung wird

Nicht jede Müdigkeit ist ein Grund zur Sorge, Elternsein ist anstrengend, und schlechte Phasen gehören dazu. Gleichzeitig lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wenn man schon morgens erschöpft ist, der Schlaf nicht mehr erholt, man ständig gereizt ist oder kaum noch Freude an Dingen empfindet, die einem früher gutgetan haben. Umgangssprachlich wird das manchmal Mama-Burnout genannt.

Wenn solche Gefühle nach der Geburt eines Kindes auftreten und über Wochen anhalten, kann auch eine postpartale Depression dahinterstecken. Was sie vom sogenannten Baby Blues unterscheidet, habe ich in diesem Artikel über postpartale Depression beschrieben.

Was helfen kann

Ein erster Schritt ist, den Mental Load sichtbar zu machen. Manche schreiben eine Woche lang auf, woran sie alles denken. Das wirkt vielleicht banal, gleichzeitig entsteht dabei oft ein kleiner Aha-Moment: “Ach, das alles trage ich also mit mir herum.”

Hilfreich ist auch die Frage, ob man nur einzelne Aufgaben abgibt oder die ganze Verantwortung dafür. Wer den Einkauf erledigt, aber vorher eine Liste bekommt, übernimmt die Aufgabe, der Mental Load bleibt trotzdem bei der Person, die die Liste geschrieben hat. Eine kleine Reflexionsfrage im Alltag kann sein: Muss das wirklich ich im Kopf behalten?

Und manchmal geht es auch darum, die eigenen Ansprüche freundlich zu überprüfen. Nicht jeder Kindergeburtstag braucht ein selbst gebackenes Motiv-Törtchen, und nicht jede Lücke im Kalender muss gefüllt werden.

Warum der Austausch mit anderen Müttern entlastet

Viele Mütter erleben ihre Erschöpfung sehr allein, auch weil andere von außen so wirken, als hätten sie alles im Griff. In einer Gruppe mit anderen Müttern merkt man schnell, wie viele Ähnliches erleben, und dass man Gedanken aussprechen darf, die man sich sonst kaum zu sagen traut. Das nimmt oft viel Druck und Scham.

Genau dafür gibt es ab Januar 2027 eine therapeutisch begleitete Gruppe für erschöpfte Mütter, online und vor Ort in Köln-Nippes.


Nastassja Volkov ist approbierte Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und leitet eine Gruppentherapie für Mütter, online und ab Januar 2027 auch vor Ort in Köln.

Zum Ausprobieren

Kostenloses Arbeitsheft: Alles im Blick, nur mich nicht

Fragen und kleine Übungen zu Mental Load und Erschöpfung, für die zehn Minuten am Abend. Zum Ausdrucken und Ausfüllen (PDF, 8 Seiten).

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